Montag, 11. August 2014

Gegensätze 2014

Eigentlich war der Plan auch in diesem Herbst wieder drei Wochen nach Spanien zu fahren. Leider mussten wir nun aus beruflichen Gründen unseren Herbsturlaub in den Sommer verlagern. Mist! Aber was soll`s. Also muss ein Alternativziel her. Kühlere Gefielde versprachen wir uns in den Schweizer Alpen. Avers, Gotthard und Co. sollen nun für drei Wochen Bouldern fest stehen. Wir laden unseren Caddy mit ordentlich Pads voll und ab geht die Post. Bei 36°C blinke ich rechts und nehme die Ausfahrt Avers/Juf. Oje, was soll das nur werden. Es ist viel zu warm für kleine Griffe im steilen Gneis des Magic Wood. Wir schlagen im Campground unser Lager auf und können uns nun doch nicht zurückhalten. Wir müssen nun doch unbedingt mal an der anderen Talseite die Lage checken. Und siehe da. Dort hat es locker 12 Grad weniger und wir können einige schöne Boulder zum Abend klettern. Am nächsten Tag soll es dann richtig losgehen. Conny und ich haben uns schon einige Boulder vorgenommen, welche wir gerne probieren möchten. Nun, das Wetter hat sich auch geändert. Es ist kühler geworden. Aber es regnet auch. Nach einigen Warmups können wir beide sehr schnell die abgefahrenen Hookzüge von „Transformer“ 8aFb aneinanderreihen. In den kommenden (regnerischen) Tagen kann ich die schöne Kante von „Cameltrophy“ 8a Fb klettern und falle am letzten Zug von „Sidewas“ 7c+Fb im Flash, welches ich dann aber gleich drauf klettern konnte. Conny macht heute einen Ruhetag und hat tags drauf einen ihrer besten Bouldertage. Erst klettert sie „Foxy Ladie“ 8a Fb und kann sich zwei Stunden drauf noch „Cameltrophy“ 8a Fb abholen. Wir freuen uns sehr und beenden den Bouldertag. Am nächsten Tag wieder Regen. Langsam reicht es. Das Wetter legt sich auf mein Gemüt und ich komme heute irgendwie nix hoch. Nachdem ich mir schon im „Foxy Ladie“ die Ehre gab und knapp scheiterte probierte ich noch alles Mögliche. Nix ging. Conny konnte dann am Abend und aussetzendem Regen die Traverse „No Liberty“ 8a Fb klettern und probierte noch fleißig im „High Spirit“ 8a+Fb rum. Bei mir ging nix.
Nach einer Woche Regenpatscherei entschlossen wir uns dem auch weiterhin schlecht gemeldeten Wetter Adios zu sagen und verkrümelten uns ins sonnige Finale Ligure. Vor 20 Jahren war ich das Erste mal hier und so war das für mich ja eine Art Jubiläum. Dass es in Finale zäh ist harte Touren abzuknipsen, ist ja jedermann bekannt. Die Inflation der Grade hat hier eben noch etwas weniger Einzug gehalten, als in anderen Gebieten. Dennoch habe ich immer wieder Linien im Kopf, die ich gerne klettern möchte und so zog es uns zuerst zum Il Grottino am Tre Frati, wo mir die Tour „Wolf“ 8b recht zügig glückte. Die folgenden Tage waren wir immer wieder im Boragni zu gegen. Hier verwiesen uns die Touren „Furore“ 8b und „Avara Kadavara“ 8b wieder in die Realität zurück. Traumtouren! Aber leider für uns in diesem Urlaub nicht machbar. In der noch verbleibenden Zeit konnten wir beide noch tolle Klassiker wie „Di Piu“ 8a+, „Crazy Brothers“ 7c, „Topomix“ 7c+ und „Senza Tabu“ 8a punkten.
Finale ist schon echt genial, wenig hat sich hier verändert. Man fühlt sich manchmal regelrecht wieder in die Anfänge der 90ger zurückversetzt. Typen, wie in Finale trifft man sonst in keinem Klettergebiet. ...und wir mittendrinn.  Schade ist nur, dass die Autoaufbrüche doch deutlich zugenommen haben. Beinahe jeden Tag wurden Fensterscheiben zerschlagen. Ein Wehrmutstropfen. Aber uns hat es zum Glück nicht erwischt.
Nun sind wir wieder zuhause und warten darauf, dass es in der Fränkischen kühler wird und der Gripp kommt.

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