Sonntag, 7. Dezember 2014

11. Meininger Boulderabend "last round - last torment"

FA - Necronomicon 11-

Vor ca. 7 Jahren, es war Sommer, sprang ich mit meiner Bohrmaschine durch die Fränkische, um "was Schweres" zu finden, was ich noch einbohren könnte. Nach massiver Suchaktion, wurde ich im Wiesenttal fündig. Kompakter Fels, steil, griffarm, Zone 3...sieht gut aus; bohr ich. Voller Elan bohrte ich gleich zwei Touren ein. Eine davon schenke ich Conny. Die schwerere Linie probiere ich selber. Die ersten Versuche dort irgendwie vom Boden abzuheben und auch weitere Bewegungen in dem Projekt zu machen, geschweige denn aneinanderzureihen, gestalten sich als ernüchternd. Es sind schon Griffe da! Nur sind diese sehr klein und liegen weit auseinander. Der Einstige ist ein Dach mit Hookmöglichkeiten und fiesen Leisten. Danach kommen weite Züge an Seitleisten und ein heftiger Schulterzug. Gekrönt von einem sau blöden Klipp und 9- Ausklettergelände. Nach zwei Tagen des Probierens, war mir klar, dass das Projekt einfach eine Nummer zu groß für mich war. Ich schickte kurzer Hand meinen Freund Roman hinein, der fast alle Züge machen konnte, das Projekt allerdings für echt schwer befand. "Dann ist es jetzt deins Roman!" Die Zeit verstrich und weder Roman noch sonst irgendwer nahm sich der Tour an. So kam ich diesen Herbst auf die Idee mal wieder hoch zu schauen. Alle Projekte waren gezockt, die Fitness war da, der Kopf frei und die Bedingungen begannen besser zu werden. Schon am ersten Tag gingen beinahe alle Bewegungen. Nur der Einstiegszug und ein Schulterzug fehlten mir noch. Ich war motiviert, trainierte auf und war eigentlich den Herbst mit dem Projekt beschäftigt. Conny kletterte in der Zeit ihr altes Projekt hoch und nannte es "From Hell" 9+/10-. Am Totensonntag war es dann so weit. Am Samstag hatte ich einige vielversprechende Versuche gemacht und wollte es dann aber auch nicht übertreiben. Nach etwas Warmklettern an der Pornowand ging es dann auch gleich rüber ins Wiesenttal. Ich machte mich etwas spezifisch warm und startete den ersten Versuch. Alles lief perfekt. Die Hooks saßen, ich bekam die Griffe alle auf den Millimeter genau und ich konnte es kaum glauben, als ich den Umlenker klippte. Nach so vielen Jahren hat es doch funktioniert. Ich schätze die Tour auf 11- da ich denke, dass der zu absolvierende Boulder bei ca. 8a+ Fb liegt. Das, was danach kommt ist für den Grad unwesentlich.

Donnerstag, 18. September 2014

Zugriff…

Nach den vergangenen Wochenenden, die uns in der Fränkischen immer wieder vor katastrophale Bedingungen stellten, konnte ich nun ein „Schönwetterfenster“ nutzen und zwei offene Rechnungen begleichen. Im nordfränkischen Wald gelangen mir gestern zwei Boulderprojekte, die ich auf jeden Fall mit zu meinen schönsten Erstbegehungen zähle. „Shroud for the crowd“ schätze ich auf ca. FB 8a. Knapp 10 Züge führen durch ein wellenartiges Dach zum Ausstieg. Die Crux bilden die ersten vier Züge aus einem Sitzstart heraus bis in einen fetten Henkel in Dachmitte. Von hier ab geht die Reise weiter und man gelangt mit Hooks und Leistenprügelei auf den Block. Ein echter Deluxe-boulder in top Gestein mit wirklich schönen Griffformen. Dann ging es weiter ans „Noppiwändle“, welches sich im gleichen Wald befindet. Hier konnte ich die Bewegungen von „The faceless“ aneinanderreihen. „The faceless“ bietet wahnsinnig gute Züge aus einem Stehstart heraus. Man bewegt sich an Löchern, Slopern und Leisten bis es zum finalen Move in eine Riesenkelle kommt. Hier hat man schon gut zwei Meter Luft unter den Sohlen. Rastet man ein, kann gemütlich raus getopt werden. „The faceless“ würde ich auf FB 7c schätzen. Am „Noppiwändle“ gibt es zudem noch eine Traverse mit gut 30 Zügen die ich vor einigen Wochen erstbegehen konnte. „Wastelands“ dürfte so bei FB7c+ trav. einchecken.

Sonntag, 7. September 2014

Arnstein und Pfalz


Pics by Doro Lehmann

Montag, 11. August 2014

Gegensätze 2014

Eigentlich war der Plan auch in diesem Herbst wieder drei Wochen nach Spanien zu fahren. Leider mussten wir nun aus beruflichen Gründen unseren Herbsturlaub in den Sommer verlagern. Mist! Aber was soll`s. Also muss ein Alternativziel her. Kühlere Gefielde versprachen wir uns in den Schweizer Alpen. Avers, Gotthard und Co. sollen nun für drei Wochen Bouldern fest stehen. Wir laden unseren Caddy mit ordentlich Pads voll und ab geht die Post. Bei 36°C blinke ich rechts und nehme die Ausfahrt Avers/Juf. Oje, was soll das nur werden. Es ist viel zu warm für kleine Griffe im steilen Gneis des Magic Wood. Wir schlagen im Campground unser Lager auf und können uns nun doch nicht zurückhalten. Wir müssen nun doch unbedingt mal an der anderen Talseite die Lage checken. Und siehe da. Dort hat es locker 12 Grad weniger und wir können einige schöne Boulder zum Abend klettern. Am nächsten Tag soll es dann richtig losgehen. Conny und ich haben uns schon einige Boulder vorgenommen, welche wir gerne probieren möchten. Nun, das Wetter hat sich auch geändert. Es ist kühler geworden. Aber es regnet auch. Nach einigen Warmups können wir beide sehr schnell die abgefahrenen Hookzüge von „Transformer“ 8aFb aneinanderreihen. In den kommenden (regnerischen) Tagen kann ich die schöne Kante von „Cameltrophy“ 8a Fb klettern und falle am letzten Zug von „Sidewas“ 7c+Fb im Flash, welches ich dann aber gleich drauf klettern konnte. Conny macht heute einen Ruhetag und hat tags drauf einen ihrer besten Bouldertage. Erst klettert sie „Foxy Ladie“ 8a Fb und kann sich zwei Stunden drauf noch „Cameltrophy“ 8a Fb abholen. Wir freuen uns sehr und beenden den Bouldertag. Am nächsten Tag wieder Regen. Langsam reicht es. Das Wetter legt sich auf mein Gemüt und ich komme heute irgendwie nix hoch. Nachdem ich mir schon im „Foxy Ladie“ die Ehre gab und knapp scheiterte probierte ich noch alles Mögliche. Nix ging. Conny konnte dann am Abend und aussetzendem Regen die Traverse „No Liberty“ 8a Fb klettern und probierte noch fleißig im „High Spirit“ 8a+Fb rum. Bei mir ging nix.
Nach einer Woche Regenpatscherei entschlossen wir uns dem auch weiterhin schlecht gemeldeten Wetter Adios zu sagen und verkrümelten uns ins sonnige Finale Ligure. Vor 20 Jahren war ich das Erste mal hier und so war das für mich ja eine Art Jubiläum. Dass es in Finale zäh ist harte Touren abzuknipsen, ist ja jedermann bekannt. Die Inflation der Grade hat hier eben noch etwas weniger Einzug gehalten, als in anderen Gebieten. Dennoch habe ich immer wieder Linien im Kopf, die ich gerne klettern möchte und so zog es uns zuerst zum Il Grottino am Tre Frati, wo mir die Tour „Wolf“ 8b recht zügig glückte. Die folgenden Tage waren wir immer wieder im Boragni zu gegen. Hier verwiesen uns die Touren „Furore“ 8b und „Avara Kadavara“ 8b wieder in die Realität zurück. Traumtouren! Aber leider für uns in diesem Urlaub nicht machbar. In der noch verbleibenden Zeit konnten wir beide noch tolle Klassiker wie „Di Piu“ 8a+, „Crazy Brothers“ 7c, „Topomix“ 7c+ und „Senza Tabu“ 8a punkten.
Finale ist schon echt genial, wenig hat sich hier verändert. Man fühlt sich manchmal regelrecht wieder in die Anfänge der 90ger zurückversetzt. Typen, wie in Finale trifft man sonst in keinem Klettergebiet. ...und wir mittendrinn.  Schade ist nur, dass die Autoaufbrüche doch deutlich zugenommen haben. Beinahe jeden Tag wurden Fensterscheiben zerschlagen. Ein Wehrmutstropfen. Aber uns hat es zum Glück nicht erwischt.
Nun sind wir wieder zuhause und warten darauf, dass es in der Fränkischen kühler wird und der Gripp kommt.

Donnerstag, 17. Juli 2014

Wasserpumpenzange 8a Fb

Es gibt wieder Neuigkeiten aus den Tiefen des Hüllochs. Nach einigen Tagen der Vorarbeit konnte ich eine Einstiegsvariante zu "Rohrzange" 7c Fb klettern. Die "Wasserpumpenzange" startet wie Rohrzange und macht nach dem weiten Untergriffzug einen Sclenker über die Schale links um am ersten Querband wieder in die Rohrzange zu münden, welche man dann aussteigt. Gute Spielerei. BV 8a Fb. Viel Spaß!

Montag, 28. April 2014

Warum in die Ferne...

…wenn es in der Pfalz doch 13°C und Wind hat? Nach vielerlei Überlegungen ob nun doch Frankreich oder bouldern in der Schweiz, fassten wir den Entschluss dieses Jahr unseren Osterurlaub in der Pfalz zu verbringen. Gemeinsam mit unseren Freunden Matze und Doro machten wir uns gen Westen auf, um endlich wieder mal den geschichtsträchtigen und klassischen Sandstein der Südwestpfalz unter die Finger zu bekommen. Alle Jahre fahre ich dort rüber, um danach allen die Ohren voll zu schwärmen wie genial dort die Kletterei ist und wie gerne ich dort auch leichtere Touren klettere. Dann zähle ich immer auf, dass Linial, Bogenverschneidung, Geierwalli, Badman und Superlative einfach nicht zu überbieten sind und erkläre mich offiziell zum Pfalzfan. Meist wird mir dann entgegnet: „Na ich war auch schon lange nicht mehr dort.“ „Ich fahre lieber ins Elbsandstein.“ Oder „?“ eben garnichts.
Dieses Jahr fuhr ich allerdings mit einem bestimmten Ziel los. Nicht nur leichte Touren standen auf meiner Wunschliste. So wollte ich endlich mal das „Mekka“ 10 punkten, aus welchem ich mich bereits vor 5 Jahren im oberen Drittel, mangels fehlendem Verdichtungsvermögen, verabschieden musste. So war dann das erste Ziel gleich der Nonnenfels im Bärenbrunner Tal. Nach einem Nachmittag Ausbouldern konnte ich am zweiten Tag meine Wunschtour punkten. Für mich ein Highlight in der Pfalz. Nun konnte es genüsslich von statten gehen. Also…Kletterführer raus und hin zu den Sternetouren. Büttelfels, Hochstein, Fladensteine und Kreuzfels. Überall boten sich wahnsinnig gute Touren von Format. Der Pfälzer Bundsandstein zeigte sich in seinen schönsten Formen und die Bedingungen konnten nicht besser sein. Am letzten Tag konnte ich noch einige schwerere Touren am Kreuzfels klettern. Leider scheiterte ich nur ganz knapp an einem Durchstieg der „Kleinen heilen Welt“. Aber was solls, es muss ja immer einen Grund zum Wiederkommen geben. Bilder Folgen.